DRK Kreisverband Helmstedt
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Flüchtlingsintegration mit Herz und Humor

Von links: Jasmin Klein, Sohalia Aryan, Beate Must, Rashil Bilal, Mohammed Hossein Zare, Medin Al ldres und Wadim Butewitz

Helmstedt. Ob beim Hecke schneiden oder beim Austauschen defekter Glühbirnen –  für Hausmeister Kinh-Hung Tran ist Medin Al Idres  eine gern gesehene Hilfe. „Und die Arbeit hier gefällt mir.“, sagt der 37-jährige Syrer, der seit drei Monaten im Rahmen des Bundesprojektes FIM (Flüchtlingsintegrationsmaßnahme) im DRK Seniorenheim am Wallplatz in Helmstedt arbeitet. FIM, das ist ein befristetes Arbeitsmarktprogramm des Bundes, soll Asylbewerbern während des Asylverfahrens sinnvolle und gemeinwohlorientierte Beschäftigung bieten und an den deutschen Arbeitsmarkt heranführen.

30 Stunden in der Woche unterstützt Medin Al Idres die Heim-Hausmeister Kinh-Hung Tran und Bernd Stahnke.  „Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Und wenn man sie bei der Arbeit sieht, geht einem das Herz auf. Sie verstehen sich fast schon blind.“, erzählen Pflegedienstleitung im Wallplatz Beate Must und Jasmin Klein vom DRK Qualitätsmanagement. Hausmeister Bernd Stahnke ergänzt: „Er ist einfach ein guter Mensch.“  Medin AlIdres scheint angekommen zu sein in Helmstedt. Mit ihm haben noch drei weitere Migranten den Weg in das Bundesprojekt gefunden: „Wir haben eine gute Mischung derzeit, zwei Frauen und zwei Männer, die aufgeteilt sind nach ihren aktuellen Fähigkeiten in der Wäscherei, im Hauswirtschaftsdienst, Hausmeisterei und in der Pflege.“, sagt DRK Sozialarbeiter Wadim Butewitz. Maximal acht Förderplätze können im Helmstedter Seniorenpflegeheim besetzt werden. „Wir müssen genau schauen, wer sich für die Arbeit in einem Pflegeheim eignet.“, erklärt Butewitz. Zudem spielt der Aufenthaltsstatus eine entscheidende Rolle: Die Maßnahme richtet sich an arbeitsfähige, nicht schulpflichtige Migranten nach dem Asylbewerberleistungsgesetz über 18 Jahre und einer positiven Bleibeperspektive. Ausgenommen sind Asylbewerber  aus sicheren Herkunftsstaaten sowie Ausreisepflichtige und Geduldete.

Weniger die fachliche Kompetenz, dafür mehr die kulturelle Orientierung stehen bei FIM im Vordergrund. „Man muss sich vorstellen, dass diese Menschen das deutsche Wertesystem nicht kennen. Sie sind es nicht gewohnt, sich an punktgenaue Uhrzeiten zu halten, strikte Arbeitsabläufe einzuhalten oder sich bei Krankheit abzumelden. Hinzu kommt die Sprachbarriere. Dies soll mit der Maßnahme gefördert.“, erläutert Wadim Butewitz.

 Im Helmstedter Wallplatz sieht man die Integrationshürden gelassen: „Die Stellen in allen Bereichen sind nach Plan besetzt , sodass die Migranten immer jemanden haben, der ihnen zur Seite steht und hilft.“, erklärt Jasmin Klein. „Es entsteht kein Druck. Im Gegenteil, die Zusammenarbeit klappt besser als anfangs erwartet. Alle sind gut angekommen und sehr beliebt bei uns im Haus – bei den Bewohnern und Mitarbeitern gleichermaßen. Die ersten Hürden haben wir mit Herz und Humor genommen“, freut sich auch Beate Must. In der Wäscherei des Hauses zu finden ist Rashil Bilal aus dem Sudan. In ihrer Heimat ist die 31-jährige gelernte Krankenschwester und hat zeitweise in einem Flüchtlingscamp gearbeitet. Ob der jungen Frau ihre Ausbildung eines Tages in Deutschland anerkannt wird, steht in den Sternen. „Alle meine Unterlagen sind leider noch im Sudan.“, sagt sie und freut sich, ihrem Wunsch nach der Arbeit mit Menschen im Wallplatz nun wieder ein Stückchen näher zu sein.

Dass die FIM im DRK Kreisverband Helmstedt nach der Hälfte der Projektzeit bereits nennenswerte Erfolge zeigt, verdankt sie dem Einsatz der DRK Mitarbeiter und Betreuer: „Auch Integration läuft bei uns nach den sieben Grundsätzen des DRK.“ Beispielsweise wird ganz im Zeichen der Menschlichkeit die Arbeitszeit gestaltet: „Für uns zählt die Qualität, nicht die Quantität. Wir arbeiten hier mit Menschen, für die wir eine Verantwortung tragen. Für uns zählt, dass sie mit ganzem Herzen bei der Sache sind und sich wohlfühlen bei dem was sie tun und dass sie bei uns ankommen in ihrem Tempo.“, betont Jasmin Klein abschließend.